
Die Pott’s Brauerei aus dem Münsterland ist Schuld an unseren heutigen Testkandidaten. Aber vorab noch ein paar Worte zu der Brauerei.
Bereits 1769 wurde dieses Traditionsunternehmen in Oelden gegründet und wird seit 2011 in 7. Generation geführt. Die Brauerei setzt nicht auf Massenvertrieb, sondern beschränkt sich auf die Region Münsterland und 100km drum herum. Man möchte das Bier nicht zur Konserve machen, um weite Vertriebswege zu überstehen, so die Brauerei.
Außerdem fühlt man sich der Tradition verpflichtet, so setzt man auf zwei Standorte (Naturparkbrauerei und die Altstadtbrauerei direkt in der Altstadt von Oelden). Bestimmte Bierspezialitäten, die es in limitierten Auflagen zu kaufen gibt (derzeit zB. ein Triple Porter), werden in alten Wein- und Sherryfässern eingelagert. Passend dazu auch der Slogan “Erfrischend natürlich”. Beste Vorraussetzungen also für ein gutes Bier! Das Sortiment umfasst neben dem Pott’s Pilsener, Pott’s Prinzipal (ein Pils mit höherer Stammwürze), Pott’s Weizen, alkoholfreies Pott’s Weizen und einigen Biermischgetränken, auch das Pott’s Landbier.
Das Bier kommt in einer rustikalen Bügelflasche daher. Neben den regulären Angaben, wie Haltbarkeit und Pfandangaben, kann man auf der Rückseite ein Etikett finden, welches einen über die Vorzüge des Landbiers aufklärt. Unter der Alkoholangabe (4,8 % Vol.), wird auch die Stammwürze mit 11,5% angegeben. Nach dem Öffnen des Bügels wird man mit einem deutlichen “Plopp” auf den Biergenuss vorbereitet. Die Vorfreude steigt und das gut gekühlte Bier wird ins Glas befördert. Es zeigt sich ein sehr rötlich dunkler Inhalt, etwas dunkler als man das, laut Etikett, versprochene “Bernsteinfarben” erwarten würde.Fast schon wie ein reines Bockbier.

Die Schaumkrone bildet sich schnell mittelfeinporig, schwenkt aber ebenso schnell ins grobporige. Leider nicht sehr stabil. Als kleine Entschädigung dafür kann man sehr deutlich Malzaromen riechen, die definitiv Lust auf den Antrunk machen.
Gesagt, getan! Im Antrunk dominieren klar die röstigen Malzaromen. Kohlensäure ist vorhanden, aber nicht übermäßig viel. Das Landbier erfrischt, wie versprochen, auch wenn es sehr kräftig wirkt. Durch die dominierenden Malzaromen wird das Bier aber relativ süß und verhindert so automatisch den Massenkonsum. Nach einiger Zeit und, vor allem, im Abgang kommen Karamell- und Kaffeenoten leicht durch. Der Hopfen hält sich dezent zurück, fehlt aber auch nicht. Alles in Allem ist das Pott’s Landbier süßlich, süffig und ausgewogen. Es erreicht eine subjektive 7.5 von 10. Ein bis zwei kann man gerne trinken, danach stell ich es mir nicht mehr so angenehm vor.

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